Aus dem Haßfurter Tagblatt vom 26.07.2005
Die morgendlichen Walker, die die Wege um die Schlettach für ihr
Fitnessprogramm nutzen, dürften sich über die Invasion der Sportler am
Montag früh gewundert haben.
Da brauste ein Teilnehmerfeld, dreimal so groß wie das Peloton der Tour de
France, an ihnen vorbei. Weniger später kam ein Gros Inline-Skater wie an
einer Perlenschnur aufgezogen entgegen, dazwischen bewegte sich ein Quartett
mit Rollern. Und nach einigen Querfeldeinläufern marschierte das Heer von
rund 500 Wanderern laut miteinander plaudernd am Waldesrand entlang.
„Bewegungstag des Regiomontaus-Gymnasium zum Zweiten“ stand auf dem
Programm. Nach 2000 organisierte der Fachbetreuer für Sport, Harry Riegel,
wieder einen Aktionstag „Schule in Bewegung“. Neben den geschilderten
Sportarten stand diesmal sogar Golf mit auf dem Programm. Zehn Schüler
absolvierten auf dem Steinbacher Platz ihre Runde. Buchstäblich ins Wasser
fiel das geplante Schwimmen.
Durch die kurzfristige Verlegung des Bewegungstages vom regnerischen Freitag
auf den Montag war das Wasser der Welle bereits mit den geplanten
Reinigungszusätzen versetzt, so dass die Schwimmer auch zu den
Wandersleuten gehörten. Die Rundkurse waren so gewählt, dass die Schüler
je nach Leistungsgrad selbst entscheiden konnten wie oft sie den Kurs
absolvierten. Klar, die einen sahen es sportlich, fuhren über 60 Kilometer
mit ihren Inline-Skatern oder durchquerten den Fahrradparcours mit seinen
8,4 Kilometern gleich zehnmal, andere ließen es gemütlich angehen. 50 Cent
von ihrer Mama, jeweils zehn Cent von ihren beiden Brüdern bekam Larissa
für einen Kilometer mit den Inline-Skatern. Macht bei 30 gefahrenen
Kilometern 21 Euro für einen guten Zweck. Auch die Oma von Jan war
großzügig, sponserte gleich einen Euro für einen Wanderkilometer und
zahlt nun aufgerundet 25 Euro für den Marsch ihres Enkels. Und Michael
erradelte gleich 35 Euro für Kinder, denen es nicht so gut geht.
Neben der sportlichen Betätigung war dies der
eigentliche Sinn des Tages. Die Leistungen sollten durch Sponsoren belohnt
werden. Nicht an den Sportler, sondern für die Aktion „Haßfurt hilft“.
Deren Vorsitzender Wilhelm Wolpert, der es sich nicht nehmen ließ
mitzuradeln, wird den Gesamtbetrag ohne Abzug eines einzigen Cents
Verwaltungskosten zu einem Waisenhaus in der Stadt Shkoder im Norden
Albaniens bringen. Das Geld wird dort für die längst überfällige
Renovierung der Gebäude benötigt.
Erstmals beteiligten sich Lions-Club und Rotarier gemeinsam an einer Aktion
in den Haßbergen. Die Rotarier sponserten die Erfrischungsgetränke, die
Lions sorgten für die Verpflegung an den Zwischenstationen. Klaus Gockler (Lions-Club)
sowie Alfred Wagner und Eva Göller von den Rotariern waren deshalb auch mit
am Start. Eva Göller, selbst Mutter von drei Teilnehmern: „Ich freue
mich, dass meine drei Buben mit diesem pfiffigen Projekt lernen, dass Hilfe
auch Spaß machen kann.“
Und noch einer hatte sich pünktlich zum Start eingefunden. Landrat Rudolf
Handwerker fuhr als Schirmherr beim Start der Radfahrer mit Schulleiter Max
Bauer und Wilhelm Wolpert vorne weg. Vor allem das Gesundheitselixier „regelmäßiger
Sport“ stellte Handwerker in den Mittelpunkt seiner Begrüßungsrede. Doch
Handwerker hoffte auch, dass das Gefühl ein gutes Werk zu tun, die
Gymnasiasten genauso anspornt, wie die eigene Gesundheit. Und so vergossen
viele Schüler ihren Schweiß und riskierten einen kräftigen Muskelkater
für eine gute Sache.
5000 EURO für AlbanienNun hat sich das Schwitzen auch wirklich gelohnt. Nicht nur, weil 1000 Schüler des Regiomontanus-Gymnasiums etwas für ihre Gesundheit getan haben, sondern vor allem, weil sie auch ihr Ziel erreicht haben, Gutes zu tun für das Waisenhaus in Shkoder. 5000 Euro konnte der Organisator der Aktion Harry Riegel an Wilhelm Wolpert überreichen, 5000 Euro, die sich zusammensetzen aus vielen kleinen Beträgen, die von Eltern, Verwandten und Bekannten für jeden geleisteten Kilometer locker gemacht wurden. Der Betrag wird ohne Abzüge im September im Rahmen einer Studienfahrt an den Direktor des Waisenhauses in Albanien übergeben. "Haßfurt hilft" sagt herzlichen Dank |